Patronat: Köln, Sachsen; der Pilger, Reisenden und Reiter, der Kürschner, Spielkartenfabrikanten und Gastwirte; gegen Zauberei, Epilepsie, Gewitter und Hagel; für einen guten Tod
Die Geschichte der Heiligen Drei Könige (auch Magier, oder Weise aus dem Morgenland) überliefert uns das Matthäusevangelium: »Und sahen das Kindlein, warfen sich nieder, huldigten ihm, taten ihre Schätze auf und brachten ihm Gold und Weihrauch und Myrrhe« (Matthäusevangelium 2, 11).
Die Legende bemächtigte sich der Figuren und schmückte ihr Leben in den kommenden Jahrhunderten immer weiter aus (die Frage nach der historischen Glaubwürdigkeit erübrigt sich). Unbestritten war immer, dass sie aus dem Morgenland kamen, das bedeutete – je nachdem wie eng man die Grenzen zog – im engeren Sinne das Zweistromland, das konnte aber auch um weit entfernte Länder wie Indien oder Äthiopien erweitert werden. Zunächst war auch nicht einmal ihre Anzahl belegt, nach Nennung der Geschenke schloss man später auf die Zahl Drei. Erst im 6. Jahrhundert werden ihre Namen als Caspar, Melchior und Balthasar überliefert, bis dahin sind auch aus den Weisen oder Magiern Könige geworden. Im Hochmittelalter symbolisierten sie zunehmend etwa die drei Lebensalter (Caspar als Jüngling, Melchior als Erwachsener und Balthasar als Greis) oder die drei Kontinente Afrika, Asien und Europa, ab da wird Caspar meist schwarz dargestellt. Auch ihre tradierten Geschenke wurden ausgedeutet: Gold stand für Macht, d. h. die Königswürde des Christus, zugleich als Bild einer brennenden Liebe; Weihrauch als Huldigung und Verehrung seiner Gottheit; und Myrrhe als Zeugnis seines Menschseins.
Zur Deutung des »Sterns von Bethlehem«, dem die drei Richtung Westen folgten, bis sie vor Herodes standen und an die Geburtsstätte des Herrn verwiesen wurden, bietet sich eine seltene Konjunktion (Vereinigung) der Planeten Jupiter und Saturn an, die am 5. Dezember 7 v.Chr., dem Geburtsjahr Jesu, deutlich am Himmel zu sehen war. In Babylon lebende jüdische Priester sollen dieses Zeichen für die Ankündigung der Geburt eines großen Königs gehalten und die drei Weisen auf den Weg geschickt haben.
Nach ihrer Rückkehr ins Morgenland begannen sie mit der Bekehrung zum neuen Glauben und feierten 54 n.Chr. in einer Stadt namens Sewe zusammen das erste Weihnachtsfest als Geburtstag des Heilands. Ebendort starben sie in hohem Alter, und zwar Melchior, 116 Jahre alt, am 1. Januar, dann Balthasar, 112 Jahre alt, am 6. Januar, und Caspar, 109 Jahre alt, am 11. Januar.
Ihre Gebeine wurden im Heiligen Land gefunden (schon das ist nicht unbedingt logisch, denn sie sollen ja nach Babylon zurückgekehrt sein) und nach Byzanz (heute Istanbul, Türkei) gebracht; von dort gelangten sie nach Mailand. Nach der Eroberung der Stadt durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa 1158 brachte sie Friedrichs Kanzler, Erzbischof Rainald von Dassel, nach Köln, wo sie immer noch in der Schatzkammer aufbewahrt werden.
Eine Heiligsprechung hat es für die »Heiligen Drei Könige« nie gegeben, auch im Martyrologium Romanum von 2001 sind sie nicht verzeichnet. In der volkstümlichen Verehrung haben sie aber dennoch einen festen Platz, und viele überlieferte Bräuche hängen mit ihnen zusammen, etwa das »Sternsingen «, bei dem drei als Heilige Drei Könige verkleidete Jugendliche von Haus zu Haus gehen und gegen eine kleine Spende Weihnachtslieder singen. Oder das Beschriften von Haustüren mit Kreide zum Jahreswechsel als Abwehrsegen, etwa in der Form »20*C+M+B*05«, wobei die Buchstaben sowohl als Initialen der Heiligen wie auch als »Christus Mansionem Benedicat«, d. h. »Christus segnet dieses Haus« gesehen werden können.
Wegen ihrer Reise zum neugeborenen Jesuskind wurden die drei Weisen zu Patronen der Reisenden, Reiter und Pilger. Die Namen vieler Gaststätten haben hier ihre Wurzel: »Stern«, »Drei Kronen«, »Mohr« etc.
Die Kirche feiert das Andenken der Heiligen Drei Könige am 6. Januar. In Spanien und Lateinamerika hat dieser Tag teilweise den Platz des eigentlichen Weihnachtsfestes eingenommen und wird mit gegenseitigen Geschenken, Umzügen und Schauspielen begangen.
Darstellung: als orientalische Könige
Attribute: Stern, Krone, Geschenke (Gold, Weihrauch und Myrrhe für das Kind in der Krippe)

Quelle: Herder-Verlag