Patronat: Universität Köln; der Studenten, Theologen, Philosophen, Naturwissenschaftler, Bergleute
besonders verehrt in Köln und vom Dominikanerorden
Albert Graf von Bollstädt, geboren vor 1200 (wahrscheinlich 1193) in Lauingen an der Donau als Sohn eines bayerischschwäbischen Ritters, studierte ab 1223 an der Universität von Padua Philosophie und Theologie und trat dort dem erst 1215 gegründeten Dominikanerorden bei. Nach seinem Studium kam er nach Köln und unterrichtete ab 1228 an den Ordensschulen in Hildesheim, Freiburg im Breisgau, Regensburg und Straßburg. 1243 wurde er nach Paris entsandt, wo er seine Studien mit dem Magister der Theologie abschloss und danach selbst als erster deutscher Hochschullehrer an der Theologischen Fakultät Vorlesungen hielt. 1248 richtete er die Ordenshochschule in Köln ein (die spätere Universität von Köln), wo sein bedeutendster Schüler Thomas von Aquin (Heiliger) war, dessen Berufung an die Pariser Universität er 1252 empfahl. Zudem förderte er als Ratgeber des Erzbischofs Konrad von Hochstaden den Plan zum Bau des Kölner Doms (1248–1880). 1254–57 fungierte Albertus Magnus als Oberer (Provinzial) des Dominikanerordens für die Provinz Teutonia (Deutschland), und nach weiteren drei Jahren in Köln wurde er im Jahre 1260 von Papst Alexander IV. (1254–61) zum Bischof der verwahrlosten Diözese Regensburg berufen. Nach Niederlegung des Amtes 1262 wirkte er 1263–64 im Auftrag von Papst Urban IV. (1261–64) als Kreuzzugsprediger in Deutschland und Böhmen (7. Kreuzzug 1270). Danach unterrichtete er zwei Jahre in Würzburg, fünf Jahre in Straßburg und ab 1269 wieder in Köln, wo er am 15. November 1280 starb und in der Kirche seines Ordens begraben wurde.
Wegen seines außergewöhnlichen Wissens auf den Gebieten der Theologie, Philosophie und Naturwissenschaften, das er mit einem klaren Denken und eigener Beobachtung verband, hatte man ihn bereits zu Lebzeiten als »Doctor universalis« bezeichnet. Albertus Magnus bzw. Albert der Große wird er erst seit seinem Tod genannt. Als Erster in Westeuropa hatte er die Schriften des griechischen Naturphilosophen Aristoteles für die christliche Rezeption erschlossen und sie vollständig in den theologischen Unterricht aufgenommen. Zudem erweiterte er den Fundus der abendländischen Wissenschaften um Kenntnisse aus dem arabischen und jüdischen Kulturkreis. Als bedeutender Naturforscher, der seiner Zeit vor allem auf den Gebieten der Botanik, Physik, Chemie und Mechanik weit voraus war, führte er auch das wissenschaftliche Experiment ein.
Von Papst Gregor XV. (1621–22) wurde Albertus Magnus im Jahre 1622 seliggesprochen. Die Heiligsprechung und gleichzeitige Erhebung zum Kirchenlehrer erfolgte erst 1931 durch Pius XI. (1922–39). Wiederum zehn Jahre später erklärte ihn Pius XII. (1939–58) zum Patron der Naturwissenschaftler. Die 1954 aus einem gotischen in einen römischen Steinsarkophag umgebetteten Gebeine des Heiligen ruhen heute in der Krypta der Kölner St.-Andreas-Kirche, die Hirnschale bewahrt die Stadtpfarrkirche von Lauingen auf, und ein Schulterblatt befindet sich im Regensburger Dom. Originale seiner Schriftstücke finden sich in Köln, Wien und im schwedischen Uppsala.
Darstellung: als Dominikaner in weißem Habit und schwarzem Kapuzenmantel oder als Bischof im Ornat
Attribute: Mitra, Stab; Schreibpult und -feder, Buch (Gelehrsamkeit)

Quelle: Herder-Verlag